TUD2

Herausforderungen

Studieren im MINT-Segment ist anspruchsvoll, da theoretisches Verständnis und praktische Umsetzung sich gegenseitig bedingen. Dies gilt durch deren Technologie-Einbettung insbesondere für technische Studiengänge. Mit den verfügbaren digitalen Technologien und Infrastrukturen ist es möglich, Lehren nicht nur zeitlich-räumlich flexibler zu machen, sondern auch diese zu bereichern. Vorlesungsvideos haben sich hierbei nicht bewährt; sie werden von Studierenden als ermüdend beurteilt, zudem fehlen Interaktions-möglichkeiten. Blended Learning und Flipped Classrooom haben gezeigt, dass nicht ein spezifischer Lernweg für die Studierenden markiert werden sollte, sondern breitere Lerngebiete abgesteckt. Digitale Lehrpakete sind eine konsequente Weiterführung von Blended Learning und Flipped Classrooom in multimediale cross action spaces.

 

Technisches Lernen

 

 

Zur Vermittlung sozial-kommunikativer Kompetenzen und personaler Kompetenzen integrieren Ingenieurstudiengänge wissenschaftliches Individuallernen und reflexives Teamlernen vor dem Hintergrund betrieblicher Kontexte

 

 

 

Cross-Action-Spaces helfen die Ingenieur-Ausbildung hochwertig zu virtualisieren. Umfang und Konsequenz sind dabei durch Inhalte und Infrastruktur beliebig modulierbar. Im Zentrum stehen digitale Lehrpakete.

 

 

 

 

 

Cross-Action-Spaces

CAS sind in Nordamerika entwickelte komplexe digitale Lernlandschaften. Sie integrieren Lernen und Kommunikation, werden von Lehrenden entwickelt und moderiert und von Lernenden genutzt und mitgestaltet. Ursprünglich aus der Fernlehre, finden sie zunehmend in Kombination mit Präsenz-lehre Anwendung. Ein CAS kann beliebige virtuelle und persönliche Elemente be-inhalten und wird im Einzelfall ausgestattet und abgestimmt. Spezifische Lehr-Intentionen werden durch attraktive Anagebotsräume und adäquate Interaktion optimal umgesetzt. Der persönliche Kontakt ist zentral, sowohl direkt als auch virtuell. Innerhalb der CAS bilden Digitale Lehrpakete eigenständige Lernumgebungen. Im Zentrum digitaler Lehrpakete stehen Erklärvideos.

 

Digitale Lehrpakete

(1) Digitale Lehrpakete beinhalten abwechselnde Sequenzen aus Wissens- und Anwendungsmodulen
(2) Gerahmt wird jedes Lehrpaket von einem integrativen Modul.
(3) In Lehrtexten werden die erforderlichen Lerninhalte verfügbar gemacht und spezifischen Zielen adressiert.
(4) Komprimierte Erklärungen wesentlicher und anspruchsvoller Inhalte erfolgt über animierte Screencasts.
(5) Die „kognitive Begehung“ dieses Lernraums wird mit Erschließungsfragen akzentuiert.
(6) In Transfer- und Anwendungsaufgaben mit Musterlösungen wird das neu erworbene Wissen relativiert,
abstrahiert aber auch praktisch umgesetzt. Die Aufgaben können in beliebigen Szenarien aufgehängt sein: von der Bearbeitung eines Mathematik-Arbeitsblatts bis zur Programmierung eines digitalen Zwillings oder eines virtuellen Experiments.
(7) Über aufgabenadäquate Reflexionselemente erfahren die Studierenden, ob sie die Lernziele erreicht haben.
(8) Ein Lehrpaket wird einer einschlägigen Kompetenzdiagnostik abgeschlossen.

 

Animierte Screencasts
Erklärvideos haben sich in der Hochschullehre etabliert; ein zentrales Format ist das animierte Screencast durch die Methodik des Illustrierten Erklärens.
Der Lehreffekt entsteht (ähnlich wie in der Präsenzlehre) durch die sinnvolle Kombination aus visuellen und verbalen Informationen. Dabei werden mehrere Verarbeitungskanäle aktiviert und damit die Gehirn-Kapazität besser genutzt.Sprachliche und bildhafte Informationen können gegenübergestellt und damit besser verarbeitet werden, was das Verständnis fördert. Die doppelte Kodierung erleichtert auch das Merken von Zusammenhängen, das Gelernte ist länger präsent und einfacher abrufbar.
Animierte Screencasts eigenen sich sehr gut für Eigenproduktionen und können so optimal in CAS implementiert werden. Im Lerngefüge nehmen sie neben der Instruktion auch Funktionen der Akzentuierung, Speicherung und Verinnerlichung von Lerninhalten wahr.

 

Benefits der Cross-Action-Spaces

Studierende

Lehrende

Präsenzlehre bleibt mit ihren Stärken bestehen, wird aber räumlich-zeitlich flexibler
Ehemalige Vorlesungs-Literatur-Vertiefungsstrukturen werden erweitert
Spezifische Lerntypen werden durch Individualisierung besser angesprochen Lehrkonzepte werden zu fluiden Inhalts- und Mediensammlungen
In virtuellen Räumen sind vielfältige Gruppenstrukturen möglich Über die virtuellen Strukturen können die Studierenden effizienter betreut werden
Animierte Screencasts setzen in optimierten Zugängen wirksame Akzente Tiefere Auseinandersetzung mit den eigenen Inhalten bei der Screencast-Entwicklung
Durchgängig reflexiver Kompetenzaufbau in kompetenzorientierten Lehrpaketen Aufbau und Pflege des CAS fördert die individuelle methodische Entwicklung

 

Zusammenfassung

Cross Action Spaces nennt man Lernlandschaften, in welchen digitale Medien so arrangiert werden, dass spezifische Lehrziele optimal erreicht werden können.

Dies erfolgt optimal nicht durch spezifische Einzelformate, sondern durch Medienkombinationen, die in der inhaltlichen Erschließung und in der Kommunikation individuelle Umsetzungen ermöglichen.

Ein Kernelement solcher CAS sind kombinierte wissens- und anwendungsorientierte Digitale Lehrpakete aus integrierten Erklärvideos, Erschließungs- und Umsetzungsaufgaben sowie Tests.

Im Zentrum der Digitalen Lehrpakete stehen Animierte Screencasts als Erklärvideos. Sie übernehmen einen zentralen Part der Lehrperson, indem sie zentrale Sachzusammenhänge über animierte Bilder und eine Sprecherstimme entwickeln.

Animierte Screencasts nutzen den Effekt der doppelten Codierung und erhöhen somit die Lerneffizienz; zudem sind sie motivierend und lassen sich unmittelbar von den Lehrenden produzieren.

Der Weg in CAS ist für Hochschullehrende sehr leicht, da man ihn sukzessive gehen kann.